Doppelte Netzentgelte für mobile und stationäre Speicher sind derzeit nicht nur in Österreich ein intensiv diskutiertes Thema. Und diese Diskussion ist wichtig, geht es doch darum Rahmenbedingungen für Technologien und Anwendungen zu schaffen, um deren Potenziale bestmöglich für unsere zukünftige Energieversorgung nutzen zu können. Denn genau diese Rahmenbedingungen entscheiden am Ende des Tages, ob eine Technologie zum Gamechanger wird oder ein Schattendasein fristet – und auch wie effizient und nachhaltig wir unsere Ziele erreichen.
Deutschland als Vorbild
Deutschland ist hier für mich ein Vorbild. Nicht, weil dort alles richtig gemacht wurde oder wird. Ganz im Gegenteil, aber weil dort die Bereitschaft erkennbar ist, getroffene Entscheidungen zu hinterfragen und nachzubessern. Vor allem wenn sich zeigt, dass diese rückblickend vielleicht doch nicht die beste Lösung waren. Genau das hat die Bundesnetzagentur bei der MiSpeL-Regelung zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten gerade gemacht: Vorschläge aus der Konsultation aufgegriffen, Auswirkungen abgewogen und an entscheidenden Stellen nachgebessert.
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Und genau diese Bereitschaft wünsche ich mir auch für Österreich – von allen Beteiligten. Unsere Vorschläge, etwa zum ElWG und zur Ausgestaltung der Systemnutzungsentgelte-Grundverordnung, wurden bislang eher verhalten aufgenommen. Und das ist schade, denn es geht nicht darum, einzelne Technologien zu bevorzugen oder pauschale Vergünstigungen ohne Gegenleistung zu ermöglichen. Sondern die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wollen wir die verfügbare Flexibilität von E-Autos zukünftig für unsere Energieversorgung nutzen oder nicht? Oder anders formuliert: Können wir es uns im Sinne einer nachhaltigen und kosteneffizienten Energiewende leisten, diese Flexibilität nicht zu nutzen?
Es braucht dringend geeignete Rahmenbedingungen
Ich glaube, die Antwort ist eindeutig. Aber wenn wir diese Potenziale erschließen wollen, führt kein Weg daran vorbei, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Und das nicht irgendwann, sondern heute! Auch wenn im Falle von V2G die Marktdiffusion noch überschaubar ist – oder vielleicht ist es genau deswegen umso wichtiger, bereits jetzt geeignete Voraussetzungen zu schaffen, unter denen sich dieser Markt optimal entwickeln kann. Denn passende Rahmenbedingungen schaffen außerdem einen Heimmarkt, in dem österreichische Unternehmen innovative Technologien und Anwendungen direkt vor ihrer Haustür entwickeln und erproben können. Und ein starker Heimmarkt, der Innovationen frühzeitig zulässt, ist oftmals die beste Basis für neue Produkte und Dienstleistungen, die später auch international gefragt sind. Ein gutes Beispiel dafür sind Energiegemeinschaften. Hier war Österreich ein absoluter Vorreiter und man sieht, was entstehen kann, wenn man österreichischen Unternehmen die Möglichkeit bietet innovative Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.
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Und daher sollten wir uns lieber heute als morgen fragen, welche Regeln wir dafür brauchen – und welche bestehenden Entscheidungen wir noch einmal überdenken sollten!
