Automobilzulieferer Bosch bekommt überraschend einen neuen Chef. Stefan Hartung legt sein Mandat als Vorsitzender der Geschäftsführung zum 1. Juli 2026 auf eigenen Wunsch nieder und scheidet zugleich aus der Geschäftsführung sowie aus der Robert Bosch Industrietreuhand KG aus. Erst im vergangenen Herbst war sein Vertrag verlängert worden.

Weiterlesen: „Für die Industrie ungünstig!“

Nachfolger wird Christian Fischer, der bereits stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung ist. Hartung stand seit Anfang 2022 an der Spitze des Konzerns und gehörte der Geschäftsführung seit 2013 an. In seine Amtszeit fiel eine schwierige Phase für Bosch: Der Konzern investiert stark in Software, Elektrifizierung, Halbleiter und neue Wachstumsgeschäfte, steht aber zugleich unter Druck durch schwache Automärkte, hohe Umbaukosten und umfangreiche Strukturprogramme. Bis 2030 summiert sich der geplante Stellenabbau auf rund 25.000 Jobs. „Nachdem die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens weiter gestärkt ist und wir wichtige Meilensteine in der Restrukturierung erreicht haben, ist jetzt für mich der richtige Zeitpunkt, mein Mandat niederzulegen“, wird Hartung zitiert.

Seit 1996 im Bosch-Konzern

Ob auch die wirtschaftliche Lage oder Druck der Gesellschafter eine Rolle gespielt haben, bleibt offen. Fischer kennt Bosch gut. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler startete 1996 im Konzern, wechselte 2014 zu Roland Berger und kehrte 2018 in die Bosch-Geschäftsführung zurück. Zuletzt verantwortete er unter anderem Consumer Goods, Wachstumsinitiativen und Portfoliomanagement.

Weiterlesen: Optimismus trotz Rückgang

Unter seiner Führung wurde auch die größte Akquisition der Bosch-Geschichte vorangetrieben: der Zukauf des Heizungs-, Lüftungs- und Klimageschäfts von Johnson Controls und Hitachi. Zugleich rücken Markus Forschner und Markus Heyn zu stellvertretenden Vorsitzenden der Geschäftsführung auf.