2025 kann man aus Sicht von Bosch getrost in die Kategorie "Reden wir nicht mehr drüber" einordnen. Während man International zwar um 0,7 Prozent beim Umsatz zulegen konnte, ist bei Bosch in Stuttgart das Thema Mitarbeiter-Abbau, schwächelnde Nachfrage bei Komponenten für E-Fahrzeuge und die geopolitische Lage das große Sorgenkind.

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In Österreich musste unterdessen einen deutlichen Umsatzrückgang hinnehmen. Zehn Prozent weniger waren es, womit 1,12 Mrd Euro zu Buche stehen. "Trotz einer marktbedingten Abschwächung in einem der Mobility-Bereiche zeigt sich unsere operative Leistungsfähigkeit weiterhin stabil", so Helmut Weinwurm, Vorstandsvorsitzender der Robert Bosch AG in Österreich.

Investitionen in Standorte, Forschung und Entwicklung

Schlussendlich setzte man 2025 dennoch gewisse Leuchtturmprojekte um, die mit 200 Mio Euro an Forschung- und Entwicklungskosten sowie 19 Mio Euro für den Ausbau von Standorten und Zukunftstechnologien in der Abrechnung aufscheinen.

Zu solchen großen Projekten zählt zum Beispiel die Methanol-Infrastruktur am Fertigungsstandort Hallein, oder aber auch der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur am Linzer Engineering-Center. Dort hat man vor kurzem auch mit der Linz AG eine Absichtserklärung für ein gemeinsames Wasserstoff-Projekt unterzeichnet.

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Apropos Wasserstoff. Hier sieht Weinwurm noch einige Hausaufgaben zu erledigen – vor allem für die heimische und die europäische Politik: "Wir brauchen mehr Committment zu dem Thema. Wir brauchen einen Ausbau der Infrastruktur und wir sind davon überzeugt, dass es diesen technologieoffenen Ansatz braucht."

Unter anderem sieht Weinwurm im Wasserstoff eine zukünftige Antriebstechnologie für den Schwerverkehr oder aber auch die Schifffahrtindustrie. "Dort ist Elektro keine Alternative. Dort braucht man Wasserstoff bzw. eFuels. Und darum glauben wir an das Thema."

"Local content" als wichtigster Baustein für europäische Wirtschaft

Einer der wichtigsten Punkte und Forderungen auf Weinwurms Liste ist jener nach "local content" – als Produkte, deren Wertschöpfungskette in Europa liegt. "Wir müssen lokal produzieren und lokale verkaufen. Ohne einer gesetzlichen Verpflichtung in diese Richtung, wird Europa nicht wettbewerbsfähig bleiben."

Und dabei geht es für Weinwurm nicht nur um den Klassiker Batterie beim E-Auto, sondern geht darüber hinaus: "Es braucht einen gewissen Prozentsatz in einem Fahrzeug, der in Europa entwickelt und produziert wurde. Dabei geht es auch um Software für Fahrzeuge und nicht nur um Hardware-Komponenten.

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Hardware-Komponenten der neuesten Generation und ebenfalls eines der großen Projekte bei Bosch sind unterdessen die sogenannten Chiplets. Also Halbleiter-Chipsätze, die wie im "Lego-Prinzip" wie Weinwurm es nannte, für verschiedene Bedürfnisse zusammengesteckt werden können. Sie sollen eine Beschleunigung in der Entwicklung von Software-defined-Vehicles bringen. Diese Chiplets wurden federführend am Standort in Wien entwickelt und produziert. 

Guter Start ins Jahr

Bei allen negativen Bilanzmeldungen des Vorjahres, hatte Weinwurm aber auch Grund für positiven Optimismus. Denn das Jahr 2026 sei gut gestartet. Im ersten Quartal sei man genau auf Kurs.

Festnageln wollte sich Weinwurm von den anwesenden Journalisten zwar nicht, er ringte sich am Ende dann aber doch zu einer vorsichtigen durch: "Ich denke, dass wir im niedrigen einstelligen Bereich wachsen werden, vermutlich so bis maximal 5 Prozent."