Ein neues Auto zu suchen und zu kaufen ist etwas Schönes. Zumindest empfinde ich es so. Den Geruch eines neuen Autos, wenn man sich zum ersten Mal reinsetzt und dann die verschiedenen Knöpfe und Funktionen erkundet, ehe es dann für eine Probefahrt auf die Straße geht und man erlebt, warum ein bestimmtes Auto entweder Freude oder Kummer auslöst. Denn ja, auch Kummer gehört dazu.

Aber nicht erst, wenn man zum ersten Mal mit dem Auto eine Runde dreht. Leider auch bereits einen Schritt davor – nämlich bei der Buchung einer Probefahrt.

Und so habe ich im vergangenen Monat gleich zwei Negativbeispiele erlebt. Natürlich nennen wir keine Namen zu Marke oder Autohaus, aber die Schilderungen helfen hoffentlich, damit so etwas in Ihrem Betrieb nicht passiert.

Akt 1: „Nicht bei mir“

Ein kompakter E-SUV – so stelle ich mir mein neues Auto vor. Etwas mehr Platz als mein bisheriges Fahrzeug, aber auch kein Schlachtschiff. Die Auswahl am E-Auto-Markt ist gerade in dieser Kategorie durchaus zufriedenstellend. Doch es gibt gravierende Unterschiede. Eines der in Frage kommenden Fahrzeuge wollte ich vergangene Woche gerne einmal testen. Also habe ich nachgesehen, welcher Händler in der Nähe die besagte Marke führt. Kontaktformular auf der Website ausgefüllt und einige Zeit später einen Anruf bekommen. Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung sagte mir, dass das Fahrzeug leider um die gewünschte Uhrzeit doch nicht verfügbar ist. Aber ein paar Stunden später wäre kein Problem. Na gut, Zeit hab' ich ja. Dann eben später.

Am besagten Tag der Probefahrt gehe ich ein paar Minuten vor dem Termin in das Wiener Autohaus. Es war der Fenstertag nach Christi Himmelfahrt – kein ungewöhnlicher Tag, um ein Auto anzusehen. Allerdings fand ich in dem Autohaus nur einen Mitarbeiter vor, der mich fragte, was ich denn hier wolle. Auf meinen Hinweis, ich hätte einen Termin für eine Probefahrt, kam lediglich ein „Bei mir nicht“. Naja, bei wem sonst, wenn er alleine ist? Ein Blick in den Kalender sollte Abhilfe schaffen: doch bei ihm. Aber leider gleich die nächste Hiobsbotschaft: „Das Auto hab' ich gar nicht da. Weder im Schauraum noch zur Probefahrt.“

Obwohl mir die freundliche Dame am Telefon sagte, dass ich das Auto an dem Standort des Unternehmens Probe fahren könne, war das Fahrzeug nicht da. Es wurde am Mittwoch vor dem Feiertag jemandem für mehrere Tage geborgt. Der Verkäufer war sichtlich genervt von meiner Anwesenheit und meinem Anliegen, dass ich gerne das Auto testen wollte. Schlussendlich wurde ich mit einem läppischen „Ich rufe Sie am Montag an, dann können Sie ja spontan vorbei kommen“ nach Hause geschickt. Na klar, ich habe am Montag ja sonst nichts zu tun. Arbeiten zum Beispiel.

Nun… der Anruf kam zwar tatsächlich, aber ich habe ihn nicht angenommen. Denn diese Erfahrung samt der durchaus abweisenden Art und Weise des Verkäufers hat mich vor weiterem Zeitverlust in diesem Autohaus geheilt. Dann schaue ich mir das Auto lieber woanders an. Die Marke gibt es zum Glück auch bei anderen Händlern.

Akt 2: Ist da jemand?

Der zweite Akt meiner Autosuche ist deutlich kürzer erzählt. Denn die gewünschte Probefahrt hat ebenfalls nicht stattgefunden. Dieses Mal eine andere Marke und ein anderes Autohaus außerhalb von Wien. Ähnlich war der Beginn der Suche und die Kontaktaufnahme via Online-Kontaktformular. Lediglich die Antwort fehlt bis heute. Mehr als 2 Wochen später.

Man hat fast den Eindruck, dass manche Autohäuser oder Verkäufer gar keine Autos verkaufen wollen. Oder das Geschäft läuft so unfassbar gut, dass man den ein oder anderen Kunden weniger durchaus akzeptieren kann. Dass aber jeder Kunde auch mit einer gewissen negativen Mundpropaganda dazu beitragen kann, dass es nicht nur bei einem vergraulten Kunden bleibt, dürfte nicht bis zu den Herrschaften vorgedrungen sein. Noch dazu wenn es dabei um eine Marke geht, die in Österreich und selbst weltweit aktuell nicht den besten Stand hat.

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