Fiat war 2023 und 2024 Letzter und liegt jetzt auf Platz 14!

Christian Bley: Wir waren schon im Vorjahr kein Schlusslicht mehr! Und wir haben heuer einen gleichen Satz wie 2025 nach vorne gemacht. Ich habe die Verantwortung bei Fiat 2024 übernommen, und die Grafik seit diesem Jahr freut mich wirklich. 

Was sind die Gründe für diesen Aufschwung?

Bley: Man sieht an den Marktanteilen ganz klar, dass sich im Hause Fiat sehr viel verändert hat. Und seit wir nach dem Start des New-Retailer-Modells einige Schwachstellen erkannt und beseitigt haben, funktioniert es viel besser. Die Händler verkaufen mehr Autos und sie verdienen Geld. Fiat hat sich sehr gewandelt, es hat mit der Kampagne „Weg von dem Grau“ begonnen. Wir leben Dolce Vita, sind eine Marke mit Herz, und wir können seit einem Re-Pricing mit der Konkurrenz mitspielen. 

Bei den erwarteten Verkaufszahlen für Neuwagen in den kommenden 12 Monaten liegt Fiat auf Platz 7: Hier erwarten 73 Prozent eine Verbesserung, 7 Prozent ein Absinken.

Bley: Die Euphorie ist da! Der neue Grizzly kommt Ende 2026, wobei der Verkauf im März/April 2027 richtig losgeht. Damit ist das C-Segment wieder offen für Fiat. Und das zweite Modell im C-Segment, der Grizzly Fastback, kommt ebenfalls. Damit kann man alle Tipo-Kunden, deren Fahrzeuge mindestens 3 bis 4 Jahre alt sind, abholen, jene der Limousine ebenso wie jene vom Hatchback. 

Das Modellangebot ist vielfältig wie schon lange nicht …

Bley: Lange Zeit war Fiat von einem oder zwei Modellen abhängig, und 70 Prozent waren 500. Jetzt haben wir eine große Range, wo der Grande Panda ganz leicht vor dem 500 liegt. Aber auch der 600 läuft gut, ebenso der Pandina und der Qubo. Ich habe den Händlern zu Jahresbeginn gesagt, dass wir – wenn man Pkws und leichte Nutzfahrzeuge zusammenrechnet – heuer von 7.000 auf 10.000 Stück steigern wollen. Und es sieht so aus, als ob wir dieses Ziel ganz knapp erreichen könnten, wenn es in dieser Pace weitergeht. 

Und wie geht es mit Abarth?

Bley: Abarth war immer ein Nischenprodukt, aber jetzt haben wir es reanimiert. Jeder Händler hat mindestens ein Modell im Schauraum und ein Demo-Fahrzeug. Die Kunden sind bereit, Geld auszugeben, wenn sie diese Autos ausprobieren können. 

Aber nicht alle Kunden haben viel Geld …

Bley: Das stimmt, wir haben den Pandina mit seinen sehr preissensiblen Kunden und den 500 Armani für jene, die mehr ausgeben wollen. Fiat bietet leistbare Mobilität für jedermann. Und bei den Microcars sind wir mit dem Topolino Marktführer. Dieses Segment werden wir ab dem 2. Quartal 2027 mit dem dreirädrigen Tris weiter ausbauen. Der kommt in 4 Versionen: mit Kofferaufbau, als Pizzamobil, als Pritsche und als Fahrgestell. 

Ein klares Plus gab es auch beim Margen- und Bonussystem.

Bley: Das freut mich, weil wir zu Jahresbeginn tagelang am Bonussystem gefeilscht haben – nach dem Motto „Keep it simple“. 

Viele rote Punkte hat Fiat aber noch im After Sales.

Bley: Es ist schon besser geworden. Doch gewisse Maßnahmen brauchen ihre Zeit, bis sie dort ankommen, wo sie ankommen müssen. Das dauert mindestens ein halbes Jahr und wird 2027 eine gute Ecke nach oben gehen. 

Deutlich bessere Noten erhalten Sie beim Index Beziehungskriterien, der seit dem Vorjahr von 6,18 auf 7,58 gewachsen ist. Wie schafft man das?

Bley: Ich sage den Händlern immer: „Wir sind ein Team und haben einen Kunden, den wir gemeinsam bedienen müssen.“ Außerdem kenne ich fast jeden Händler seit 2015, als ich nach Österreich gekommen bin. Ich bin mit ihnen in ständigem persönlichem Austausch. Jeder Händler hat mehrere Ansprechpartner, die er erreichen kann. Und es gibt größere und kleinere Veranstaltungen: Heuer war ich mit allen Händlern in Turin, wo sie mit allen Modellen auf der legendären Teststrecke in Lingotto selbst fahren konnten. Das war ein Highlight!