Die Sommermonate bringen eine kurze Verschnaufpause mit sich. Es ist die ideale Gelegenheit, den Blick vom Tagesgeschäft zu lösen und strategische Weichenstellungen für die Zukunft zu prüfen. Denn die Frage, wie ein Autohaus in einem angespannten Marktumfeld profitabel und eigenständig agieren kann, entscheidet sich heute mehr denn je an den Schnittstellen des digitalen Vertriebs.

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Eine der Herausforderungen der Branche bleibt die Abhängigkeit von großen Fahrzeugbörsen. Angesichts steigender Inseratskosten und dem harten Preisvergleich auf diesen Plattformen wird es für Händler immer wichtiger, auch eigene Kanäle zum Kunden aufzubauen. Im digitalen Autohausmarketing lassen sich aktuell zwei Extreme beobachten: 

  1. Auf der einen Seite stehen rein imageorientierte, videolastige Social-Media-Aktivitäten, die zwar die Markenbekanntheit fördern, jedoch kaum messbaren Einfluss auf den Umsatz haben. 
  2. Auf der anderen Seite werden standardisierte Herstellervorlagen genutzt – völlig ohne Bezug zum lokalen Markt oder dem tatsächlichen Fahrzeugbestand auf dem eigenen Hof. Aktiv nach außen kommuniziert wird der Bestand in den seltensten Fällen.

Struktur statt Trend

Der Schlüssel zu einem nachhaltig erfolgreichen digitalen Handelsmarketing liegt nicht im Hinterherlaufen kurzfristiger Trends, sondern in der Strukturierung und Nutzung der eigenen Daten. Ein erster Schritt zu mehr Börsen-Unabhängigkeit besteht darin, den Fahrzeugstamm in die eigene Website einzubinden und ein präzises Tracking von Traffic-Quellen und Anfragewerten zu etablieren. Diese Grundlagen ermöglichen eine ordentliche Analyse und die gezielte Bewertung der digitalen Umsatzpotenziale.

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Mit einer Verbindung von künstlicher Intelligenz, Social-Media-Algorithmen und Prozessautomatisierung im Autohausmarketing geht aber noch wesentlich mehr. Technologische Lösungsansätze liegen in der Synchronisation zwischen DMS und den gängigen Werbeplattformen.

Eine Parallele dazu lässt sich bei den bereits etablierten Recruiting-Prozessen in der Branche beobachten: Man schaltet heute selten nur noch klassische Stellenanzeigen für aktiv Suchende, sondern bespielt breitflächig soziale Medien, um auch jene Fachkräfte zu erreichen, die aktuell gar nicht aktiv auf Jobsuche sind. Ein Prinzip, das in der Praxis in den meisten Fällen gut funktioniert.

Aktive Bewerbung des Fahrzeugbestands

Ähnliches gilt für den Fahrzeugbestand: Statt darauf zu warten, dass ein Interessent aktiv auf den großen Börsen nach einem Auto sucht, sollten die lagernden Fahrzeuge direkt und tagesaktuell auf die Smartphones potenzieller Käufer in der Region ausgespielt werden. Wir finden, Automobil-Unternehmer sollten sich im Sommer 2026 darüber Gedanken machen, wie sie sich langfristig unabhängig von den Plattformen machen, die Präsenz ihrer Händlermarke stärken und die Kontrolle über ihren eigenen Vertriebserfolg zurück gewinnen.