Besonders groß sei die Begeisterung bei den unter 30-Jährigen: Fast jede Zweite (49%) schaltet das Navi für den Großteil der Fahrten ein. Auch Wienerinnen und Wiener greifen überdurchschnittlich häufig auf digitale Routenführung zurück – 48% seien meist mit Navigationshilfe unterwegs. Blindes Vertrauen genieße die Technik allerdings nicht. Und auch die Bedienung des Navis sei oft Teamarbeit: Nur 27% wollten, dass niemand anderer Hand an die Navigation lege. Bei 5 % übernähmen sogar ausschließlich die Mitfahrenden diese Aufgabe.
Sprachansagen wichtigste Funktion
Wer ein Navi nutzt, setze vor allem auf klare Ansagen. Für 56% seien gesprochene Hinweise wichtiger als eine reine Kartendarstellung ohne Sprachführung (31%). Ebenfalls hoch im Kurs stünden aktuelle Verkehrs- und Stauinformationen (54%), die Anzeige der erlaubten Geschwindigkeit (51%) sowie Vorschläge für schnellere Ausweichrouten (40%). Weniger häufig würden Zusatzfunktionen wie Warnungen vor Gefahrenstellen oder Hindernissen (34%), Hinweise auf Radarboxen (28 %), Informationen zu Tankstellen oder Rastplätzen (25%) sowie Offlinekarten (21%) genutzt. Der Stimme aus dem Off vertrauten die meisten Autofahrer dennoch nicht uneingeschränkt. Lediglich 13% verlassen sich vollständig auf die vorgeschlagene Route. Genauso viele haben bereits schlechte Erfahrungen gemacht und überprüfen die Strecke vor jeder Fahrt. 18% orientierten sich trotz eingeschaltetem Navi überwiegend an der Beschilderung. Die größte Gruppe – 57% – folgte den Ansagen zwar grundsätzlich, habe dabei aber stets ein gewisses Gefühl der Unsicherheit.
7 von 10 Navi-Nutzern erlebten bereits Probleme mit der vorgeschlagenen Route
Dieses Misstrauen komme nicht von ungefähr: 7 von 10 Navi-Nutzern hätten bereits Probleme mit der vorgeschlagenen Route erlebt. 30% landeten auf ungeeigneten Wegen, rund ein Viertel wurde über unnötig lange oder umständliche Strecken geleitet oder durch enge Gassen geschickt, obwohl es einfachere Alternativen gegeben hätte. Fast jede(r) Fünfte habe falsche oder widersprüchliche Anweisungen erhalten, 17% seien sogar in eine falsche Straße geschickt worden. Bei 14% habe das Navi die Verkehrslage falsch eingeschätzt, und bei 12 % ein nicht korrekt erkannter Standort zu einer fehlerhaften Routenberechnung geführt. Der digitale Beifahrer gehört für die meisten längst zum Autofahren dazu. Doch auch im Zeitalter moderner Navigation gilt für viele Österreicher:innen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
