Wie wichtig ist das persönliche Automobil für Herr und Frau Österreicher wirklich noch? Eine aktuelle Studie des Online Research Instituts Marketagent unter 1.088 Personen zwischen 17 und 75 Jahren hat genau dies zum Thema gemacht und zeigt, dass das Auto weiterhin ein zentraler Bestandteil der individuellen Mobilität ist. 

Gen Z schätzt vier Räder besonders
8 von 10 Österreicher nutzen ein Auto für private und/oder berufliche Wege. Bei 56 Prozent nimmt in erster Linie nimmt das KFZ die Rolle des praktischen Helfers zur Erleichterung des Alltags ein, für jeden Zweiten bedeutet es auch ein Stück persönliche Freiheit und Unabhängigkeit. Interessant hierbei, dass bei der Generation Z diese Assoziation mit 56 Prozent besonders stark ist, als reines Transportmittel wird das Auto hier nur von 36 Prozent empfunden. 

> Umfrage: Mehrheit bevorzugt Tempo 130

Ein Leben ohne Auto? Für die meisten kaum vorstellbar. Nur 2,3 Prozent würde es an nichts fehlen, wenn ihnen ihr Auto nicht mehr zu Verfügung stehen würde. Für die Mehrheit wären vor allem die praktische Mobilität im Alltag (54 Prozent), die Flexibilität des zeitunabhängigen Fahrens (53 Prozent) und die Möglichkeit des einfachen Transports von Einkäufen oder Gepäck (51 Prozent) die größten Einbußen. Besagter „Gen Z“ würde zudem der Verlust der Unabhängigkeit stärker zu schaffen machen als den älteren Generationen. So würde jeder Zweite dieser Altersgruppe die Freiheit, spontan zu entscheiden wohin gefahren wird bzw. jederzeit Ausflüge machen zu können stark vermissen. 

Fact Box:

 

·       Auto bleibt zentral: 8 von 10 Österreicher*innen (79,7%) nutzen ein Auto in ihrem täglichen Leben.

·       Alltagshelfer und Freiheitssymbol: Das Auto ist für Fahrer*innen nicht nur eine praktische Erleichterung im Alltag (56,4%) sondern für jede*n Zweite*n auch ein Stück persönliche Freiheit (49,7%, Gen Z: 55,6%). Nur 2,3% würde es ohne ihr Fahrzeug an nichts fehlen.

·       Verkehrslage verschlechtert sich: Mehr als die Hälfte (56,3%) nimmt eine Zunahme an Staus in Ballungsräumen wahr. Als Hauptursachen werden Baustellen (49,5%) und Pendlerverkehr (46,8%) identifiziert. 

·       Anpassung an Verkehr statt Verzicht aufs Auto: 78% setzen Strategien zur Stauvermeidung ein, vor allem das Umgehen stauanfälliger Zeiten (44,1%) bzw. Strecken (33,3%). 

·       Parkplatzsuche als Glücks- und Geduldsspiel: 6 von 10 (63,5%) bemerken eine Verschlechterung der Parkplatzsituation in Ballungsräumen. 29,6% bezeichnen die Parkplatzsuche als Glücksspiel, 28,3% sehen sie als Geduldsspiel. 

·       Lösungen gefragt: Gewünscht werden günstigere Öffis (36,9%), mehr Parkhäuser (35,4%) sowie Park-and-Ride Angebote (33,9%).

Anpassung statt Verzicht
Natürlich ist nicht alles Eitel Wonne. Während sich eine Hälfte der Autofahrer im Alltag nur wenig oder gar nicht von Staus belastet fühlt, tut die andere dies zumindest teilweise. 16 Prozent klagen über eine eher bis sehr starke Belastung. Wenig überraschend liegen hier mit großem Abstand die Wiener (27 Prozent) am Spitzenplatz. Hinsichtlich der Verkehrssituation in Ballungsräumen nehmen 56 Prozent im Allgemeinen eine Verschlechterung wahr, 30 spüren diese deutlich. Die Hauptursachen werden in Baustellen (50 Prozent), dem Pendlerverkehr zu Stoßzeiten (47 Prozent) und einer zu hohen Gesamtanzahl an Autos (43 Prozent) gesehen.

78 Prozent der Befragten setzen daher Strategien zur Senkung des Staurisikos ein und versuchen, vor allem stauanfällige Zeiten (44 %) als auch Strecken (33 %) zu meiden. Ein Drittel plant grundsätzlich mehr Zeit für Fahrten ein, ein Viertel nutzt Navigations-Apps zur Stauvermeidung und 17 Prozent steigen zu Stoßzeiten bzw. für bestimmte Strecken auf die Öffis um. Und wenn man doch einmal dem Stau nicht entkommt, geben 21 Prozent geben zu, dass Stillstand auf der Straße sie rasend macht.

> Weiterlesen: Studie Autonomes Fahren

„Das Auto ist für die meisten Österreicherinnen und Österreicher weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel,“ sagt Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent. „Es steht für Selbstbestimmung, Flexibilität und die Freiheit, den Alltag nach den eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Umso deutlicher zeigt unsere Studie aber auch: Genau dieses Freiheitsgefühl gerät durch Staus und Parkplatzmangel zunehmend unter Druck. Die Mobilität der Zukunft wird deshalb nicht allein durch neue Antriebe entschieden, sondern auch durch intelligente Infrastruktur und effiziente Verkehrslenkung.“  

Freiheit mit Grenzen
Auch wenn das Auto für viele ein Symbol der Freiheit ist, steht im Alltag klar der funktionale Nutzen im Vordergrund. Mehr als die Hälfte sieht in ihrem Fahrzeug in erster Linie ein praktisches Verkehrsmittel, nur 9 Prozent nimmt es primär als Statussymbol wahr. Insgesamt wird deutlich: Das Auto bleibt sowohl unverzichtbarer Begleiter als auch Ausdruck persönlicher Unabhängigkeit. Doch gleichzeitig wird genau diese Freiheit durch zunehmende Verkehrs- und Parkplatzprobleme immer stärker ausgebremst.