Nur insgesamt 6 Reifen erreichen die Gesamtwertung "gut", zwölf weitere schaffen ein "befriedigend". Dem stehen 6 mit "genügend" beurteilte Modelle und gleich 8, die mit "nicht genügend" durchfallen, gegenüber (siehe auch unten angefügtes PDF). Besonders bei Nässe, einem der häufigsten Fahrbahnzustände im Winter, hätten einige Reifen lt. ÖAMTC erhebliche Probleme gehabt. Aber auch auf Schnee und – in geringerem Maße – auf trockener Fahrbahn habe es Ausreißer nach unten gegeben. „Gerade im Winter kommen die unterschiedlichsten Fahrbahneigenschaften vor. Entsprechend wichtig ist ein ausgewogener Reifen, der unter allen Bedingungen funktioniert“, so ÖAMTC-Reifenexperte Steffan Kerbl. In der Mittelklasse-Dimension 225/50 R17 erreichen lediglich der Pirelli Cinturato Winter 3, der Continental WinterContact TS 870, der Goodyear UltraGrip Performance 3 und der Michelin Alpin 7 die Note "gut". Bei der im Kleinwagen-Segment beliebten Größe 185/65 R15 erreichen lediglich der Continental WinterContact TS 870 und der Michelin Alpin 7 diese Bewertung und zählen zu den empfehlenswertesten Modellen.

Großer Name keine Garantie für überlegene Qualität

Durchaus überraschend: Im mit "befriedigend" bewerteten Mittelfeld liegen bei den "185ern" der Linglong Sport Master Winter und der Optimo Winter Touring OW41 noch vor deutlich bekannteren Namen wie Goodyear (immerhin auch noch "befriedigend"), Bridgestone, Nokian und Vredestein (jeweils "genügend"). Vor letzteren reiht sich auch der GT Radial WinterPro2 Evo mit einem "befriedigend" ein. „Wie wir es aus anderen Produkttests kennen, ist ein großer Name keine Garantie für überlegene Qualität. Umgekehrt zeigt der Winterreifentest aber auch, dass weniger bekannte Hersteller nicht automatisch eine gute Wahl sind. Umso zentraler sind unabhängige Untersuchungen als Orientierung für die Konsumenten“, so Kerbl.

Nasse Fahrbahn trennt die Spreu vom Weizen

Mehrere Modelle wurden aufgrund ihrer schwachen Leistungen auf nasser Fahrbahn mit "nicht genügend" beurteilt. Das betraf in der Dimension185/65 R15 die Modelle SunnyWinter-max NW61, Atlas Polarbear HP und  Rockblade Rock 868S und in der Dimension in der Dimension 225/50 R17 die Produkte Falken Eurowinter HS02 Pro, Toyo Tires Observe EWS1, Tracmax Ice-Plus S210, Aptany RW211, Royal Black Royalwinter UHP und Sunwide Snowide. Besonders die Unterschiede bei den Bremswegen seien erheblich: Während die besten Reifen bereits zum Stillstand gekommen seien, seien die schwächsten Modelle noch mit hohen Restgeschwindigkeiten von fast 50km/h unterwegs. „Gerade, wenn es nass ist, entscheiden oft wenige Meter, ob es zu einem schweren Unfall kommt. Deshalb spielen die Leistungen bei Regen für die Gesamtbewertung eine besonders wichtige Rolle“, erklärt Kerbl. Der Test zeige zudem, dass gute Schneeeigenschaften allein nicht ausreichten. So erziele  etwa der Sunwide Snowide in der Dimension 225/50 R17 die beste Bewertung in dieser Kategorie, erhalte aufgrund deutlicher Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn aber dennoch die Gesamtnote "nicht genügend". Bei den Kleinwagenreifen verhalte es sich ähnlich: Der Rockblade Rock 868S liefere auf Schnee die beste Leistung des gesamten Testfeldes ab, falle aufgrund gravierender Defizite auf trockener und vor allem nasser Fahrbahn jedoch ebenfalls durch.