Für Sie ist diese Zufriedenheitsumfrage stets sehr wichtig: Was sagen Sie zum jüngsten Ergebnis?
Markus Wildeis: Dass wir wieder den „Aufsteiger des Jahres“ haben, ist ein großer Erfolg für uns. Und es ist positiv, dass man schon zum zweiten Mal in Folge einen Aufwärtstrend sieht – über alle Marken. Unsere gesamte Organisation und unsere Marken entwickeln sich stark nach oben.
Hätten Sie sich – angesichts der Erfolge beim Neuwagen-Verkauf – eine höhere Zufriedenheit der Händler erwartet?
Wildeis: Das Ergebnis im „Händlerradar“ spiegelt sich in unserem kommerziellen Erfolg, also in unseren Verkaufsergebnissen. Heuer liegen wir im Neuwagenverkauf über alle Marken bei Pkws und leichten Nutzfahrzeugen 27 Prozent über dem Vorjahr. Den Aufwärtstrend bei den Verkaufserfolgen gab es schon 2025, nun zeigt er sich zeitversetzt auch im „Händlerradar“. Damit haben wir unsere Position als Nummer 2 im Markt ausgebaut und sind zum zweiten Mal der am stärksten wachsende Hersteller in Österreich. Aber es gibt noch genug zu tun!
Was die Erwartungen für die kommenden 12 Monate betrifft, gibt es bei den Neuwagen unterschiedliche Ergebnisse: Jeep liegt unter 26 Marken auf Platz 4, Fiat ist Siebenter. Peugeot, Opel und Citroën folgen auf den Plätzen 12, 14 und 18. Warum sind die Unterschiede so groß?
Wildeis: Nur mit unseren Partnern gemeinsam können wir erfolgreich sein, und da sind die Neuwagen-Zahlen ein wichtiger Punkt. Dass es innerhalb der Marken Unterschiede gibt, hängt auch von den unterschiedlichen Produktplänen ab – und wie der Startpunkt jeder Marke war. Dass alle positive Erwartungen haben, ist erfreulich. Gemeinsam mit den Markendirektoren haben wir noch einiges vor: Alle wissen, wo wir hinwollen – das wird zu einer noch höheren Händlerzufriedenheit führen.
Bei den erwarteten Verkaufszahlen für Gebrauchtwagen sind die Retailpartner etwas weniger optimistisch. Es gibt die Plätze 8, 10, 16, 17 und 19. Warum?
Wildeis: Man muss das gesamte Ökosystem betrachten: Je stärker unsere Position im Neuwagen-Verkauf ist, desto stärker wird der Gebrauchtwagen. Mit Spoticar vermarkten wir nahezu 100 Prozent unserer Gebrauchtwagen über das eigene Händlernetz. Das ist in unserer Branche einzigartig. Die Gebrauchtwagen-Zahlen haben sich binnen 36 Monaten verdreifacht.
Was sagen Sie zu den Erwartungen bei der Umsatzrendite, wo die Stellantis-Marken großteils im Mittelfeld agieren?
Wildeis: Aktuell ist der Preisdruck am Neuwagen-Markt auf einem absoluten Höchststand, ich würde es als Preiskampf bezeichnen. Es gibt 16 Marken aus China, und weitere stehen ante portas. Doch bei einigen gibt es ein gewisses Risiko für die Zukunft, das bringt auch für die Partner im Handel viele Fragezeichen. Bei Stellantis funktioniert das Vertriebssystem auch in diesem Umfeld (Leapmotor, Anm.). Und wir sehen steigende Erträge bei unseren Händlerpartnern. Wenn man das mit dem Wachstum der Elektromobilität kombiniert, wo die Erträge sinken, ist es essenziell, dass das Ökosystem alles vereint. Hier bietet Stellantis für seine Händlerpartner einen enormen Vorteil.
Im Bereich After Sales gab es von den Stellantis-Partnern schon in den vergangenen Jahren viele schlechte Noten: Heuer dominiert noch immer viel Rot, aber wenn man die Details vergleicht, gibt es fast überall Zuwächse.
Wildeis: Wir haben viel in den Servicebereich investiert und die Organisation aufgestockt. Und wir sind dabei, auch die technische Hotline wieder deutschsprachig zurückzubringen. Aber es braucht eine viel längere Zeitleiste, bis diese Maßnahmen wirklich zu allen durchgedrungen sind. Wir werden weiter daran arbeiten, und ich bin mir sicher, dass diese Maßnahmen in den kommenden Monaten ihre Wirksamkeit entfalten und sich die Situation weiter verbessert.
Wird es im Partnernetz Veränderungen geben?
Wildeis: Die Zahl der Bewerbungen neuer Händler hat bei allen Marken stark zugenommen, vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten. Für mich persönlich ist Loyalität sehr wichtig, das gilt auch für unsere Organisation. Loyalität ist eine Verpflichtung, keine Einbahnstraße. Das muss man täglich durch Leistung und Vertrauen bestätigen, und in jeder Partnerschaft kann Erfolg nur gemeinsam sein.
