KTM weist Medienberichte zurück, wonach das Unternehmen illegale Motorräder in Verkehr bringe. Die KTM-Gruppe betont, ihre Motorräder ausschließlich im Einklang mit den geltenden europäischen Vorschriften zu verkaufen. Hintergrund der Berichte sind Recherchen mehrerer europäischer Medien, wonach Enduro-Modelle von KTM und den Schwestermarken Husqvarna und GasGas nach der Auslieferung von Händlern für den Geländeeinsatz umgebaut und anschließend teils dennoch mit Straßenzulassung genutzt würden.

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KTM spricht von einem Missverständnis: Enduro-Modelle seien in ihrem Kern Sportgeräte, würden aber im homologierten Auslieferungszustand auch für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Diese duale Nutzbarkeit sei notwendig und branchenüblich, weil Enduro-Maschinen für offizielle Wettbewerbe nach den Regeln des Motorrad-Weltverbands FIM zuvor homologiert ausgeliefert werden müssten. Sämtliche Enduro-Modelle der Marken KTM, Husqvarna und GasGas würden das Werk laut Unternehmen ausschließlich in straßenzulassungsfähigem Zustand verlassen.

11.000 Enduros am Markt

Laut Recherchen der Medien sollen die Fahrzeuge statt 15 PS nach dem Umbau 50 PS habe. Für die §-57a-Überprüfung wird die Drosselung von den Nutzern oft zurückgebaut. Laut ÖAMTC würde die Manipulation bei der Überprüfung aber wohl gar nicht auffallen: „Im Rahmen der §-57a-Überprüfung werden Verkehrssicherheit und technischer Zustand eines Kfz überprüft. Eine spezielle Suche nach versteckten Motormanipulationen ist in diesem Zusammenhang weder vorgesehen noch realistisch durchführbar.“

In Österreich waren 2025 laut Statistik Austria rund 11.000 Enduros von KTM und den Schwestermarken GasGas und Husqvarna zugelassen.

Umbauten laut KTM nur für Wettbewerbseinsatz

Nach Angaben von KTM können Enduro-Modelle nach dem Erwerb auf Wunsch des Kunden vom Fachhändler für den Wettbewerbs- und Geländeeinsatz konfiguriert werden. „Käufer unserer Enduro-Maschinen werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Straßenzulassung mit dem Umbau für den Wettbewerb erlischt und das Fahrzeug nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden darf“, so KTM in der Stellungnahme.

Die Medienrecherchen werfen dennoch die Frage auf, ob umgebaute Maschinen in der Praxis weiterhin mit Kennzeichen im Straßenverkehr genutzt werden. Wie Armin Kaltenegger, Chefjurist des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV), erklärt, könnte auch der Händler strafrechtlich belangt werden, wenn er nicht deutlich darauf hinweist, dass eine umgebaute Enduro nicht zugelassen werden darf. Für KTM könnten sogar wettbewerbsrechtliche Konsequenzen drohen. „Ich habe dadurch natürlich Wettbewerbsvorteile, wenn ich etwas anbiete, das andere, die legal handeln, nicht anbieten“, so KFV-Jurist Kaltenegger.

Abgaswerte einer Diesel-Lok

Peter Mock vom International Council on Clean Transportation, das den VW-Dieselskandal mit aufgedeckt hat, sagt zur Abgasthematik: „Beim Kohlenmonoxid war es so, dass die Messwerte für diese entdrosselte Variante ungefähr so hoch sind wie bei einer alten Diesellokomotive, also ein riesiges, tonnenschweres Dieselgefährt. Und bei den Feinstaubemissionen sind die Werte um ein Vielfaches höher als bei einem Pkw.“

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KTM verweist in ihrer Stellungnahme auf die geringe Bedeutung der Modelle im Gesamtmarkt und ordnet auch die Emissionsfrage entsprechend ein: Motorräder verursachten laut Umweltbundesamt in Deutschland rund 0,3% der gesamten CO₂-Emissionen, Enduro-Wettbewerbsmodelle davon nur einen kleinen Teil.