Elektro-Firmenwagen werden in Österreich ab 2027 einen Teil ihres steuerlichen Vorteils verlieren. Laut einem Whitepaper von Indicata sieht der derzeitige Entwurf zur Änderung der Sachbezugswerteverordnung für BEV einen Sachbezug von 0,375% der Anschaffungskosten vor, gedeckelt mit 180 Euro monatlich. Ab 2028 sollen 0,625% beziehungsweise maximal 300 Euro gelten.

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2026 bleibt die private Nutzung emissionsfreier Firmenwagen noch vollständig vom Sachbezug befreit. Trotz der geplanten Änderung würden Elektroautos gegenüber Verbrennern steuerlich klar im Vorteil bleiben: Hier gelten derzeit je nach CO₂-Ausstoß 1,5% bis maximal 720 Euro beziehungsweise 2% bis maximal 960 Euro monatlich.

Große Flotten dürften Elektrifizierungskurs beibehalten

Die geplante Sachbezugsreform dürfte Unternehmen unterschiedlich stark treffen. Indicata erwartet in ihrer Untersuchung, dass vor allem große Flotten ihren Elektrifizierungskurs grundsätzlich fortsetzen. Rahmenverträge, bestehende Ladeinfrastruktur und ESG-Ziele geben ihnen größeren Spielraum, um höhere Kosten durch günstigere Modelle, einfachere Ausstattungen, angepasste Fahrerbeiträge oder neu verhandelte Leasingverträge abzufedern.

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Kleinere Unternehmen, Betriebe ohne ausreichende Lademöglichkeiten sowie Nutzer mit hohen Fahrleistungen könnten dagegen zurückhaltender agieren. Insgesamt dürfte die Reform laut Whitepaper daher weniger darüber entscheiden, ob Unternehmen elektrifizieren, sondern stärker darüber, wie sie ihre Flotten künftig zusammenstellen.

Firmenwagenpolitik bestimmt künftiges GW-Angebot

Die Veränderungen bei Firmenflotten könnten einige Jahre später deutliche Spuren am Gebrauchtwagenmarkt hinterlassen. Entscheidend sei nicht allein, wie viele Elektroautos 2027 und 2028 neu bestellt werden, sondern welche Fahrzeuge Unternehmen auswählen. Preis, Segment, Ausstattung, Kilometerleistung und Haltedauer bestimmen, welche BEV drei oder vier Jahre später als Gebrauchte auf den Markt kommen.

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Ein Risiko sieht die Analyse darin, dass Modelle, die aufgrund von Steuervorteilen und günstigen Leasingraten für Firmen attraktiv sind, nicht automatisch den Bedürfnissen privater Gebrauchtwagenkäufer entsprechen. Auch Exporte seien kein automatisches Sicherheitsventil, da klassische Absatzmärkte für Verbrenner nicht zwingend für gebrauchte Elektroautos geeignet sind.

Gebrauchte E-Autos bereits deutlich unter Preisdruck

Schon vor einer möglichen Sachbezugsreform zeigt sich am österreichischen Gebrauchtwagenmarkt deutlicher Preisdruck bei Elektroautos. Nach Daten von Indicata sank der Preisindex für gebrauchte BEV von Januar 2024 bis Juli 2026 auf 80,31 Punkte. Bei Benzinern lag der Vergleichswert noch bei 93,38 Punkten. Zwar können niedrigere Preise Elektroautos für Privatkunden attraktiver machen und den Bestandsumschlag beschleunigen, gleichzeitig sprechen sie aber für erhöhten Druck auf die Restwerte.

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Die zuletzt verbesserte Marktliquidität sei zudem vorsichtig zu interpretieren: Sie wurde laut Whitepaper unter anderem von hohen Kraftstoffpreisen begünstigt und sei daher nicht automatisch Ausdruck einer nachhaltigen Stabilisierung des BEV-Gebrauchtwagenmarkts.

Das gesamte Whitepaper von Indicata finden Sie hier zum Download!