Zugegeben, es hat ein leichtes Schmunzeln verursacht, als in den vergangenen Tagen die Spritspar-Tipps durch die Medien gewandert sind. Langsamer fahren (Stichwort 100 auf der Autobahn) steht dabei an oberster Stelle, aber auch die Einschränkung von Verbrauchern wie Lüftung, Klimaanlage und Sitzheizung werden da genannt.

100kmh/ oder mehr?

„Da kann ich je gleich ein Elektroauto fahren“ wird sich da vielleicht so manch Langzeit-Skeptiker gefragt haben. Schließlich sind das ja nach wie vor gern genutzte Ausreden gegen die Elektromobilität: „Ich will ja nicht 100 fahren auf der Autobahn, im Winter ohne Heizung.“ Als erfahrener E-Mobilist weiß man freilich, dass diese Gschichtln aus der Anfangsphase längst überholt sind und man mit modernen E-Modellen uneingeschränkt auch bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn unterwegs ist.

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Fakt ist: die aktuellen Sprit-Preise bringen nun (noch) mehr Konsumenten zum Umdenken. Dabei haben Rechtpopulisten, Boulevard-Medien und fossil-konservative Interessenvertretungen konsequent beklagt, dass der Klimaschutz Menschen und Unternehmen überfordert und die Wirtschaft stark belastet. Spannend, dass schon nach zwei Wochen Krieg in der Golfregion vor einer veritablen Wirtschaftskrise gewarnt wird. In den Qualitätsmedien werden die unterschiedlichen Auswirkungen auf Staaten, je nach Umsetzung der Energiewende und dem Einsatz erneuerbarer Energien, beleuchtet: Länder mit viel selbst erzeugter Energie, mit einem hohen Anteil an Elektromobilität und Wärmepumpen, sind von der aktuellen Entwicklung und von den Inflationsproblemen deutlich weniger stark betroffen.

Auswirkungen aufs Geldtascherl

Konsumenten glauben die Erzählungen von der wirtschaftsgefährdenden, linksgrünen Energie- und Mobilitätswende nur so lange, bis das Festhalten am Alten Auswirkungen auf ihr Geldtascherl hat. Das war schon in den vergangenen Jahren zu spüren, als Eigenheimbesitzer mit PV-Anlagen (und deren gibt es viele) verstärkt auf E-Antrieb umgestiegen sind. Nun kommt der nächste Schwung.

Dass es zynisch sei, den einkommensschwächeren Autofahrern, die darauf angewiesen sind, ein (teures) E-Auto zu empfehlen, stimmt längst nicht mehr. Selbst wenn der Fahrzeughandel mit gebrauchten E-Autos lange Zeit noch vorsichtig war, ist nun die Zeit für aktive Angebote gekommen. Den großen Wertverlust haben die Erstbesitzer, Leasingnehmer bzw. Operating-Leasinggeber geschluckt. E-GW sind mittlerweile auf dem Niveau von Verbrenner-Fahrzeugen und in fast allen Preisklassen erhältlich. Lediglich im Bereich der Familienvans und der großen Zugfahrzeuge kommt man am Diesel noch nicht vorbei.

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Daher sollten nun nicht nur die neuen, sondern auch die gebrauchten E-Autos fürs Frühjahrs-Geschäft in die erste Reihe, mit allen Informationen: Batteriezertifikat, Wallbox-Angebot, Verbrauch auf 100 km/h samt Beispiel-Kalkulation mit Strompreis (daheim und mit empfohlener Ladekarte) sowie Finanzierungsangebot, möglichst mit Restwertgarantie. Denn jetzt kommen die potenziellen Kunden, die sich noch nicht mit der E-Mobilität beschäftigt haben und die umfassende Expertise des Händlers brauchen und nutzen.

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