Beim 47. Wiener Motorensymposium in der Wiener Hofburg stand abermals technologische Offenheit im Mittelpunkt. ÖVK-Vorsitzender Univ.-Prof. Dr. Bernhard Geringer rief zur Eröffnung zu einer neutralen und umfassenden Diskussion über künftige Antriebe auf. Die Zukunft der Mobilität habe sich nicht auf eine einzelne Technologie reduzieren lassen. Neben dem reinen Fahrzeugantrieb müssten auch Energieverfügbarkeit und der gesamte Treibhausgasausstoß berücksichtigt werden. Das Themenspektrum für die rund 1.000 internationalen Gäste reichte von Antriebstechnologien für Pkws und Nutzfahrzeuge bis hin zu Schienenfahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen. Geringer verwies darauf, dass erstmals fast die Hälfte der Vorträge von OEMs, gekommen sei.
China-Schwerpunkt am Vortag
Bereits vor der offiziellen Eröffnung hatte in Wien das „Forum on Powertrain for Sustainable Mobility“ stattgefunden, organisiert vom Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik gemeinsam mit der chinesischen Society of Automotive Engineers, China SAE. Ruiping Wang, Senior Vice President von Geely Auto, gab Einblicke in den chinesischen Markt. China sei als weltweit größter Automobilmarkt führend bei der groß angelegten Elektrifizierung gewesen. Gleichzeitig habe die Digitalisierung den Wandel hin zu KI-gestützter Intelligenz im Fahrzeugsektor beschleunigt. Im Fokus standen effiziente Antriebsstränge, Batterien, Elektromotoren, elektronische Steuerungen und KI-Anwendungen.
Auch Univ.-Prof. Stefan Pischinger von der RWTH Aachen und FEV sprach sich gegen eine vereinfachte „Entweder-oder-Debatte“ aus. Die Transformation sei keine binäre Entscheidung gewesen, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Regulierung, Marktanforderungen, technologischer Reife und -industrieller Umsetzung.
