Wie sieht die Liefer- und Preissituation im Bereich Basisöle aus und welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Liefer- und Preissituation im Schmierstoffbereich?
Thomas Paukert, Liqui Moly: Der Druck auf dem Markt ist sehr groß und die Versorgungslage inzwischen angespannt. Es erfordert mehr Aufwand, sich mit den benötigten Rohstoffen zu versorgen und so die Lieferfähigkeit in vollem Umfang aufrechtzuerhalten. Aber es gelingt uns. Vor besonders große Herausforderungen bei der Beschaffung stellen uns die Ausgangsstoffe für HC-synthetische und vollsynthetische Schmierstoffe, also Basisöle der Gruppen III und IV. Entsprechend müssen wir den Planungshorizont anpassen und längerfristig denken als zuvor notwendig. Das alles hat seinen Preis und ist mit gewaltigen Kostensteigerungen verbunden. Wir kamen nicht umhin, diese an unsere Kunden weiterzugeben.
Karl Taubek, TotalEnergies: Die Preise für Basisöle sind, je nach Gruppe, zwischen 109 % bis 144 % in den letzten Monaten angestiegen. Gleichzeit besteht eine Einschränkung der Raffinations-Kapazitäten. Dadurch ergeben sich natürlich auch Auswirkungen auf die Liefer- und Preissituation von Schmierstoffprodukten.
Stefan Wermter, Rowe: Die Liefer- und Preissituation ist nach wie vor sehr angespannt. In den vergangenen Wochen sind die Preise in einer Größenordnung und Geschwindigkeit nach oben gegangen, wie wir sie bislang nicht gesehen haben. Die meisten Raffinerien geben ihre Produkte nur noch in vordefinierten Mengen raus und wir gehen nicht davon aus, dass sich die Situation in den kommenden Wochen merklich entspannen wird. Wir rechnen damit, dass die Preise auf sehr hohem Niveau bleiben und auch die Mengenverfügbarkeit ohne eine Lösung des Konflikts respektive der Öffnung der Straße von Hormus nicht signifikant besser werden wird. Die Versorgungslage bleibt also sehr angespannt und wir bekommen täglich mit, wie wahnsinnig groß der Druck auf dem Markt ist. Wir sind weiterhin vollumfänglich lieferfähig, müssen aber natürlich einen deutlich größeren Aufwand betreiben, an die Ware zu kommen. Das größte Problem besteht bei den Basisölen, allen voran denen der Gruppe III und IV. Diese sind die Ausgangsstoffe für HC-synthetische und vollsynthetische Schmierstoffe.
Max Schenner, Obereder (Castrol): Die Situation auf den internationalen Basisölmärkten ist aktuell von Unsicherheit geprägt, geopolitische Spannungen und Einschränkungen wichtiger Transportwege führen zu steigenden Beschaffungskosten und längeren Lieferzeiten. Diese Entwicklung wirkt sich naturgemäß auch auf die Verfügbarkeit und Preisentwicklung bei Schmierstoffen aus. Für Werkstätten ist daher ein verlässlicher Partner wichtiger denn je. Durch unsere Lagerkapazitäten mit über 1 Million Litern Schmierstoffen sowie unserer eigenen Logistik können wir unseren Kunden auch in herausfordernden Marktphasen eine hohe Versorgungssicherheit bieten.
Nils Schöner, Petronas: Die aktuelle Versorgungs- und Preissituation bei Grundölen verändert sich ständig. Sie ist stark abhängig von geopolitischen Entwicklungen und allgemeinen Marktdynamiken, die sich auf die globalen Lieferketten auswirken. Seit Januar 2026 haben sich die Rohölpreise pro Barrel in der Spitze praktisch verdoppelt und da Grundöle aus Rohöl gewonnen werden, hat dies direkte Auswirkungen. Stand heute haben alle Grundölgruppen einen erheblichen Kostenanstieg verzeichnet: etwa 60 % bei Gruppe III, fast 110 % bei Gruppe I und sogar bis zu 120 % bei Gruppe II. Dies wiegt umso schwerer, da Grundöle 70–90 % der Gesamtkosten eines Schmierstoffs ausmachen. Als Ergebnis waren Preisanpassungen im Schmierstoffsektor unvermeidbar. Trotz aller externen Belastungen sind die Lieferketten von Petronas Lubricants International (PLI) weitgehend stabil und funktionsfähig. Aufgrund dieser bevorzugten Versorgungssituation verzeichnen wir derzeit eine deutlich erhöhte Nachfrage, unter anderem aufgrund von Lieferengpässen im Markt.
Patrick de Francquen, Wolf: Die langjährigen und vertrauensvoll gewachsenen Beziehungen zu unseren Grundöllieferanten erlauben uns, unsere Partner weltweit immer rechtzeitig mit den notwendigen Informationen zu versorgen und deren Belieferung in Absprache mit nur geringen Beeinträchtigungen sicherzustellen. In Moment haben wir noch eine recht gute Liefer-Performance für die meisten Öle, da wir uns auf unsere Stammkunden in der Belieferung
fokussieren und auch mit Mengen-Quoten pro Monat je Kunde arbeiten. Die Preise mussten natürlich den steigenden Beschaffungskosten angepasst werden, in mehreren Schritten, aber im Moment geht auch bei den Kunden die Sicherung der Versorgung vor Bestpreis.
Phil Summe, Masteroil: Derzeit kommt es auf den internationalen Märkten zu spürbaren Engpässen in der Versorgung mit Basisölen. Ursache hierfür sind die anhaltenden geopolitischen Spannungen und kriegerischen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem Iran. Die Konflikte haben erhebliche Auswirkungen auf die globale Energie- und Rohstofflogistik, insbesondere auf Lieferketten im Nahen Osten. Durch die Beeinträchtigung wichtiger Transportwege sowie Einschränkungen bei der Produktion und dem Export von Erdöl- und Raffinerieprodukten kommt es zu Verzögerungen und Mengenreduzierungen bei der Verfügbarkeit von Basisölen. Zusätzlich führen erhöhte Transportkosten, längere Lieferzeiten und eine angespannte Versorgungslage zu weiterem Druck auf den Markt. Wir bei Masteroil geben alles dafür, unsere teils langjährigen Geschäftspartner ohne Einschränkungen zu beliefern und halten die gute Verfügbarkeit weiter hoch. An Anpassungen der Preise kommen aber auch wir leider nicht vorbei.
Gerhard Graf, LSA (ExxonMobil): Die aktuellen geopolitischen Verwerfungen führen derzeit zu einer extrem angespannten Situation bei Basisölen sowie Additiven. Daraus resultierend vermerken wir seit Anfang Mai deutliche Preissprünge – teilweise Verdoppelung – bei Schmierstoffen, verbunden mit deutlichen Einschränkungen in Bezug auf Verfügbarkeit. Die aktuelle Frage ist nicht, wie viel der Schmierstoff kostet, sondern vielmehr, ob er verfügbar ist. Dementsprechend hat die Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit derzeit die oberste Priorität für LSA. Bedingt durch unser großes Lager haben wir auch bisher die Verfügbarkeit ohne nennenswerte Einschränkungen aufrechterhalten, jedoch einhergehend mit strikten Kontingentierungen auf Basis der historischen Einkäufe. Unsere langjährigen Kunden stehen somit klar im Fokus unserer Tätigkeit.
Jens Wierer, Fuchs: Die Basisölpreise sind seit Anfang März deutlich gestiegen und haben sich teils mehr als verdoppelt. Besonders angespannt ist die Lage bei Gruppe III, wo sich die Preise in Richtung Verdreifachung entwickeln. Betroffen sind vor allem 0W-/5W-Motorenöle sowie Hydraulik-öle. Ein Ausweichen auf alternative Basisöle ist begrenzt möglich. Trotz Engpässen stellen wir durch Allokation weiterhin die Versorgung unserer Bestandskunden sicher.
Markus Kneissl, Eurol: Die Verfügbarkeit von Rohstoffen steht weiterhin unter Druck, wodurch die Preise in den vergangenen Monaten gestiegen sind. Insbesondere synthetische Rohstoffe sind im Vergleich zu konventionellen Alternativen relativ knapp. Viele Raffinerien arbeiten mit Mengenbeschränkungen, die regelmäßig angepasst werden. In einigen Fällen ziehen sich Lieferanten sogar vollständig aus bestimmten Produktbereichen zurück. Diese Entwicklungen haben die Lieferkette deutlich weniger vorhersehbar gemacht und erfordern einen höheren Aufwand, um den Markt weiterhin zuverlässig und rechtzeitig zu versorgen.
Alois Höpfl, MaierKorduletsch (ExxonMobil): Die Situation bei Basisölen ist derzeit angespannt und von hoher Unsicherheit geprägt. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen wirken sich auf globale Lieferketten, Produktionskapazitäten und Rohstoffströme in der gesamten Mineralöl- und Schmierstoffbranche aus. Verfügbare Mengen müssen deshalb sorgfältig geplant werden. Für den Schmierstoffbereich bedeutet das: Lieferzeiten und Verfügbarkeiten können sich kurzfristig verändern, gleichzeitig sind die Preise für verfügbare Vorprodukte seit Beginn der Eskalation deutlich gestiegen. Wir stehen eng mit unseren Lieferanten und Kunden im Austausch, um die Versorgung bestmöglich abzusichern und Preisentwicklungen transparent zu kommunizieren.
Wolfgang Schneider, Motorex: Es gibt Engpässe bei bestimmten Rohstoffen. Die Preise steigen und eine realistische Abschätzung, wann sich die Situation entspannt, ist derzeit nicht möglich.
A&W: Gibt es Empfehlungen an die Kfz-Betriebe für die aktuelle Situation, etwa hinsichtlich Lagerhaltung oder Bestellverhalten?
Graf, LSA (ExxonMobil): Eine seriöse Einschätzung der weiteren Entwicklung ist aus unserer Sicht nur sehr schwer zu treffen. Dementsprechend machen weder Hamsterkäufe, um Lieferengpässe und weitere Preissprünge zu umgehen, eben so wenig Sinn wie ein Zuwarten in der Hoffnung einer deutlichen Verbesserung der Situation. Was wir jedoch unseren Kunden empfehlen, ist, aufgrund von derzeit etwas längeren Lieferzeiten, das Bestellverhalten entsprechend anzupassen.
Wierer, Fuchs: Wir empfehlen einen engen und transparenten Austausch mit den zuständigen Gebietsleitern. Bei akutem Bedarf sind wir weiterhin lieferfähig. Von sogenannten „Hamsterkäufen“ raten wir jedoch ausdrücklich ab. Diese können wir aufgrund der aktuellen Allokationssituation auch nicht bedienen. Unser Ziel ist es, alle Bestandskunden weiterhin fair und zuverlässig zu versorgen.
Wermter, Rowe: Da weiterhin davon ausgegangen werden muss, dass Verfügbarkeiten zumindest in bestimmten Produktsegmenten immer weiter eingeschränkt sein werden, lautet die Empfehlung, regelmäßig benötigte Produkte immer mit einem Puffer von mehreren Wochen auf Lager zu halten.
De Francquen, Wolf: Für Tipps zu Bevorratungen ist es jetzt etwas spät, wir empfehlen generell immer etwas mehr Öl als Reserve zu bevorraten als kurzfristig benötigt wird. Was jetzt vielleicht noch hilft ist rechtzeitige Order, damit man in der Warteschlange einen vorderen Platz hat, die Lieferzeiten werden zunehmend länger, eine Entspannung ist in Moment nicht abzusehen. Und man sollte natürlich auch nach Alternativ-Ölen schauen, oft werden benötigte Spezifikationen/Freigaben ja auch durch mehrere Öle des Anbieters abgedeckt. Hier sollten die Werkstätten aber weiterhin auf entsprechende Qualität achten und nicht unbedingt nur nach Preis kaufen. Oft sind auch Öle in den kleineren Verpackungen wie 5 l oder 20 l noch verfügbar, wo Fässer schon aus sind.
Summe, Masteroil: Wichtig ist es, in der aktuellen Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. Sicherlich muss man seine Bestände im Blick halten und Vorräte eventuell sogar moderat aufbauen, aber einen Halbjahresvorrat oder gar noch mehr ans Lager zu legen, ist aktuell der falsche Weg. Genau dann entsteht durch den Bullwhip-Effekt nämlich eine künstliche Verknappung und die Lage spannt sich unnötig noch weiter an. Neben einem angepassten Bestellverhalten ist es aktuell aber unerlässlich, sich Gedanken über seine Preispolitik zu machen. Wenn der Einkauf von Schmierstoffen teurer wird, sollte ich als Werkstattinhaber auch meine Verkaufspreise anpassen.
Schenner, Obereder: Unser Rat lautet: besonnen handeln und auf Versorgungssicherheit setzen. Statt Lagerbestände unnötig aufzubauen, sollten Werkstätten ihre Bedarfe vorausschauend planen und auf einen leistungsfähigen Partner vertrauen. Enge Abstimmung und ein verlässlicher Partner sind gerade jetzt die wichtigsten Faktoren für Versorgungssicherheit.
Kneissl, Eurol: Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit verschiedener Rohstoffe werden bestimmte Produktgruppen innerhalb der Schmierstoffbranche zeitweise nur auf Zuteilungsbasis ausgeliefert. Die gesamte Wertschöpfungskette – vom Hersteller über den Großhandel bis hin zum professionellen Endanwender – ist von steigenden Kosten betroffen. Besonders synthetische Rohstoffe, Energie- und Transportkosten spielen dabei eine wesentliche Rolle. Eurol hat als unabhängiger Hersteller frühzeitig und angemessen auf diese Entwicklungen reagiert und versorgt seine Kunden weiterhin mit einer hohen Lieferzuverlässigkeit. Wir empfehlen Großhändlern und Werkstätten, den Verbrauch technischer Flüssigkeiten sorgfältig zu überwachen und Bestellungen rechtzeitig aufzugeben, um unnötige Engpässe zu vermeiden.
Schöner, Petronas: Für PLI sehen wir aktuell keine grundsätzliche, vor allem negative Veränderung in der Produktverfügbarkeit in den kommenden Wochen. Dem Risiko von Verzögerungen im Produktionsprozess, vor allem durch verspäteten Zulauf von Rohstoffen, begegnen wir mit entsprechenden vorgezogenen Lagerungs- und Bedarfsplanungen. Das bedeutet, das Anlegen von Überbeständen in der Werkstatt oder gar Hamsterkäufe sind aus unserer Sicht nicht notwendig. Genau hier liegt der Mehrwert von Petronas Lubricants International zusammen mit unseren Partnern im Teilhandel. So vermeiden sie unnötige Lagerbestände und stellen gleichzeitig sicher, dass die benötigten Produkte jederzeit verfügbar sind.
Paukert, Liqui Moly: Speziell im Teilegroßhandel stellen wir eine Anpassung an die veränderten Gegebenheiten fest. Unsere Kunden legen mit zunehmender Tendenz größere Vorratsmengen an. Weil die politische Lage sehr volatil ist, gehen wir von einer anhaltend eingeschränkten Verfügbarkeit mancher Produktsegmente aus. So sollte die Werkstatt von regelmäßig verwendeten Produkten immer eine Puffermenge auf Lager haben, die im Idealfall mehrere Wochen reicht.
Schneider, Motorex: Motorex-Produkte sind über Derendinger gut verfügbar. Auch wir haben vermehrt Anfragen und unsere Produktion arbeitet intensiv, die Nachfrage zu befriedigen. Üblicherweise liefert Derendinger mehrmals täglich. Derzeit kann es vereinzelt zu längeren Lieferzeiten kommen. Daher empfehle ich, mit Bestellungen nicht zu warten, bis das Fass leer ist, aber auch keine Panik zu haben. Ich würde auch die Preisgestaltung für den eigenen Betrieb analysieren und entsprechende Anpassungen vornehmen.
Taubek, TotalEnergies: Am besten kommt man gemeinsam durch Situationen wie diese. Unter „gemeinsam“ verstehen wir, dass wir durch unsere individuelle Betreuung unserer Kunden die jeweils bestmögliche Lösung finden und somit eine stabile Liefersituation für unsere Kunden anstreben. Bei vernünftigem Bestellverhalten ist die Versorgung mit Ware am wenigsten gefährdet.
Höpfl, MaierKorduletsch (ExxonMobil): Wir empfehlen Werkstätten ein vorausschauendes, aber maßvolles Bestellverhalten. Sinnvoll ist ein angemessener Sicherheitsbestand bei den wichtigsten Schnelldrehern, insbesondere bei Produkten, die regelmäßig im Servicegeschäft benötigt werden. Von überzogenen Vorratskäufen raten wir ab, da diese den Markt zusätzlich belasten können. Besser ist es, Bedarfe frühzeitig zu planen, Bestellungen nicht bis zum letzten Kanister aufzuschieben und bei kritischen Spezifikationen eng mit dem Lieferpartner abzustimmen.
A&W: Gibt es – unabhängig von der aktuellen Situation – allgemeine oder individuelle Empfehlungen, welche Spezifikationen eine Werkstätte (je nach Marke und regionalem Fahrzeugbestand) vorrätig halten soll? Gibt es Spezifikationen mit einem breiteren Einsatzbereich?
Kneissl, Eurol: Welche Spezifikationen eine Werkstatt bevorraten sollte, hängt stark vom regionalen Fahrzeugbestand und den betreuten Marken ab. Dennoch gibt es innerhalb der einzelnen Produktgruppen einige breit einsetzbare Spezifikationen, die eine solide Basis bilden und viele Anwendungen abdecken können.
Schenner, Obereder: Die optimale Bevorratung hängt stark von der Ausrichtung der jeweiligen Werkstätte ab. Generell empfehlen wir, sich auf die Spezifikationen zu konzentrieren, die den größten Anteil des täglichen Servicegeschäfts abdecken. Moderne Hochleistungsöle verfügen zwar oft über ein breites Freigabeprofil und können mehrere Fahrzeughersteller abdecken, dennoch sollte die Auswahl immer fahrzeug- und herstellerspezifisch erfolgen. Unsere 22-köpfige Vertriebsmannschaft unterstützt täglich dabei, das Sortiment bedarfsgerecht zu optimieren und gleichzeitig die Lagerhaltung effizient zu gestalten. Wir sehen uns in der Pflicht, nicht nur Öl zu verkaufen, sondern Werkstätten aktiv und individuell zu beraten.
Paukert, Liqui Moly: Ein Großteil der von uns betreuten Werkstätten bedient mehrere Fahrzeugmarken. Um die Zahl der verwendeten Öle möglichst gering zu halten, analysieren unsere Berater den Bedarf und stellen das Schmierstoffportfolio optimal zusammen. Bei jedem Ölwechsel ist die Herstellerfreigabe ausschlaggebend. Dabei hilft den Betrieben unser Ölwegweiser, der erst kürzlich deutlich in seinem Leistungsspektrum erweitert wurde. Ein typisches Motoröl mit einem sehr breiten Einsatzspektrum ist das Liqui Moly Top Tec 4200 5W-30 New Generation u. a. für BMW, Fiat, Mercedes-Benz, Opel, Porsche und Volkswagen.“
Schneider, Motorex: Das hängt sehr vom Markenschwerpunkt der Werkstätte ab. Viele Betriebe sind schon so gut organisiert und haben das benötigte Sortiment in unterschiedliche Gebinde gesplittet: Öle mit häufig verbreiteten Freigaben im Fass und weitere Produkte in den praktischen 20 Bag-in-Box-Gebinden.
Summe, Masteroil: Unser 5W-30 LL3 hat eine extrem hohe Abdeckung für den Markt der freien Werkstatt. Am sinnvollsten ist es aber, den Bedarf jeder Werkstatt individuell zu betrachten. Deshalb fahren wir mit gut ausgebildeten Außendienstmitarbeitenden in die Werkstatt und beraten tiefgehend, welche Öle die Werkstatt braucht und welche Gebinde für die Situation vor Ort am effektivsten sind.
Wermter, Rowe: Es gibt Produkte, die ein sehr breites Einsatzspektrum abdecken, weil sie die Normen mehrerer Automobilhersteller erfüllen und deren Freigabe haben. Unser Hightec Multi Synt DPF ist ein gutes Beispiel, das sollte in keiner Werkstatt fehlen. Aber wichtig ist immer, dass bei jedem Ölwechsel gemäß den Herstellerfreigaben befüllt wird.
Höpfl, MaierKorduletsch (ExxonMobil): Die Bevorratung sollte sich immer am tatsächlichen Fahrzeugbestand der Werkstatt orientieren, also an Markenstruktur, Fahrzeugalter, regionalem Bestand und typischen Servicearbeiten. Entscheidend ist dabei nicht nur die Viskosität, sondern vor allem die passende ACEA-Klassifikation und die jeweilige OEM-Freigabe. In der Praxis bewährt sich ein schlankes Sortiment aus technisch breit einsetzbaren Mehrbereichsölen mit relevanten Herstellerfreigaben, ergänzt um Spezialprodukte nach Bedarf. So bleibt die Werkstatt flexibel, ohne unnötig viele Gebinde auf Lager zu halten.
Schöner, Petronas: Angesichts der zunehmenden Komplexität und Vielfalt des Fahrzeugbestands wird es für Werkstätten immer unpraktischer, einen stark fragmentierten Produktbestand zu führen. Wir sind der Ansicht, dass es effektiver ist, sich auf Lösungen zu konzentrieren, die eine breite Anwendbarkeit bieten und gleichzeitig die wichtigsten Leistungs- und Spezifikationsanforderungen erfüllen. Genau das ist der Ansatz hinter der Petronas Syntium-Reihe: ein optimiertes Portfolio, das auf einer begrenzten Anzahl klar definierter Varianten basiert. So wird es Werkstätten erleichtert, das richtige Produkt für die jeweilige Anwendung zu identifizieren und vorrätig zu halten. Mit diesem Ansatz decken unsere optimierten Produktprofile über 90 % des aktuellen europäischen Fahrzeugbestands ab.
De Francquen, Wolf: Wolf Lubricants bietet generell eine sehr große Palette an Produkten mit breiter Abdeckung an Spezifikationen und Freigaben an, damit die Werkstätten sich platz- und geldsparend bevorraten können. Das betrifft Motorenöle mit breiter Abdeckung und vielen Freigaben wie beispielsweise unser Officialtech 0W20 LS-FE, aber zunehmend auch Produkte wie Getriebe- und ATF-Öle oder unser Frostschutz mit Multi-Eignung, wie unser
Coolant Evo LL -36°C. Unser Ecotech CVT-ATF FLUID deckt z. B. mehr als 150 Spezifikationen/Teile-Nummern der OEM ab.
Graf, LSA (ExxonMobil): Aufgrund unterschiedlicher Zugänge bei den Motorenentwicklungen der Hersteller (Viskosität, HTHS-Wert, treibstoffsparende Grundöle und Additive …) sowie Joint Ventures von diversen Marken bei den Triebsträngen mit jedoch markenspezifischen Freigaben, wird die Zusammenführung mehrerer Spezifikationen in ein Produkt immer schwieriger. Aus diesen Gründen gibt es nur mehr wenige Produkte im Markt, welche eine Zusammenlegung mehrerer Marken-Spezifikationen zulassen, um die Werkstätten von der Produktvielfalt in ihren Öllagern zu entlasten. Etwas Erleichterung bieten innovative Verpackungen wie z. B. unser Bag-in-Box-System, bei dem man durch eine Verpackungseinheit (Kunststoffblase in Überkarton) eine ökologisch verbesserte sowie mit der Verpackungsgröße von 20 l und einem platzoptimierten Regalsystem die Vielfalt an Freigabeanforderungen der einzelnen Marken bedienen kann.
Wierer, Fuchs: Unser Ansatz ist es, Werkstätten gezielt dabei zu unterstützen, ihr Portfolio zu optimieren – mit möglichst wenigen, aber vielseitig einsetzbaren Spezifikationen, ohne dabei Kompromisse bei Qualität oder Freigaben einzugehen.
Taubek, TotalEnergies: Die Werkstätten kennen ihre Kundenfahrzeuge und somit auch die notwendigen Spezifikationen. Wir sind immer bestrebt, unseren Kunden durch innovative Produkte, die sich stetig weiterentwickeln, auch eine effektive Lagerhaltung zu ermöglichen – sprich Produkte mit möglichst breitem Verwendungszweck anzubieten. Das „Wunderöl“, mit dem quasi „alle“ Spezifikationen erfüllt werden, gibt es nicht.
