Die gute Nachricht: Die Gebrauchtwagen-Ummeldungen sind in den ersten Monaten des Jahres auf hohem Niveau, die Kaufzurückhaltung der vergangenen Jahre zeigt einen leichten Aufhol-Effekt beim Neuwagen wie auch beim Gebrauchtwagen, trotz wirtschaftlich unsicherer Zeiten, Teuerung und Kaufkraftverlust.

Gleichzeitig wird der Markt nicht einfacher: Während sehr viele Markenhändler über lange Zeit eher einen Jungwagen- und Kurzzulassungsplatz betrieben haben, haben diese Autohäuser nun den echten Gebrauchtwagen „wiederentdeckt“. Viele Markenbetriebe kaufen nun aktiv zu und forcieren das Geschäft auch mit (etwas) älteren Fahrzeugen. Kundenbindung und Werkstatt-Auslastung lautet dort das Gebot der Stunde. Naturgemäß wird nun der Wettbewerb größer. Markenautohäuser, freie Händler, große GW-Spezialisten wie Onlinecars, Herbert Seidl oder Hösch, die PIA-Schiene OutletCars, aber auch neue Vertriebsmodelle wie Autohero bearbeiten einen großen, aber wettbewerbsintensiven Markt.

Die Qualitäts- und Preisunterschiede sind naturgemäß hoch, jeder Händler muss seine Position finden und vor allem kommunizieren, die Vorteile (Preis oder Qualität, Betreuung, Vielfalt, Sicherheit) müssen schon auf den Börsen entsprechend herausgearbeitet werden. 

Neben dem breiten Angebot fordert die intensive Preisdynamik hohe Professionalität und gute Tools in der Fahrzeugbewertung. Dazu kommen Qualitätsprobleme und teurerer Reparaturen bei vielen Marken, die eine entsprechende Absicherung benötigen. Auch der Markt mit gebrauchten E-Autos funktioniert und wächst, benötigt allerdings andere Kompetenzen: Batteriezertifikat, Bewerbung (mit Akkugröße, Reichweite und Ladegeschwindigkeit), Zubehör (Ladekabel, Wallbox) sowie Beratung beim Umstieg. Fazit: Der GW-Markt funktioniert, ist aber härter umkämpft und braucht noch mehr Professionalität.