Der Abfall- und Entsorgungsspezialist Brantner hat an seinen Standorten Krems und Hagenbrunn zwei teilweise öffentlich zugängliche Highpower-Ladeparks errichtet, ein weiterer unternehmensinterner Ladepark entsteht derzeit noch am Standort Theiß. Zwei Drittel des benötigten Stroms produziert Brantner bereits selbst.
Weiterlesen: Schnelles Laden auch in Völkermarkt
Mit der größten E-Lkw-Flotte in der österreichischen Abfallwirtschaft hatte Brantner Anfang des Jahres ein deutliches Zeichen gesetzt. Die vollelektrischen Mercedes-Benz eActros haben ihre Eignung für den Einsatz in der Kreislaufwirtschaft inzwischen im Alltag unter Beweis gestellt. Für den Betrieb eines schweren Nutzfahrzeug-Fuhrparks reicht allerdings keine einfache Wallbox. Notwendig ist eine leistungsfähige und zuverlässige Ladeinfrastruktur, damit die Fahrzeuge täglich einsatzbereit sind.
Gesamtleistung von 600 kW
An den Standorten Krems Brennaustraße und Hagenbrunn wurde jeweils ein DC-Ladepark in Split-Konfiguration von electrify systems umgesetzt. Dabei sind Power-Unit und Dispenser des EJOIN-Ladesystems räumlich voneinander getrennt. Die Power-Unit wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um, der Dispenser bildet den eigentlichen Ladepunkt. Diese Architektur ermöglicht eine flexible Standortplanung und erleichtert zugleich die Wartung.
Weiterlesen: Hohe Bidi-Nachfrage
An beiden Standorten stehen jeweils sieben Ladepunkte mit einer Gesamtleistung von 600 kW zur Verfügung. Damit können die E-Lkw nach dem täglichen Einsatz über Nacht innerhalb von maximal sieben Stunden vollständig geladen werden. Auch der Pkw-Fuhrpark von Brantner, der bereits zu 80 Prozent elektrifiziert ist, kann an den Ladeparks geladen werden. Während der Öffnungszeiten stehen die Ladepunkte in Krems und Hagenbrunn auch privaten Nutzern zur Verfügung. Errichtet wurden sie im Rahmen des ELLA-Förderprogramms, das den Ausbau von Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge in Österreich unterstützt. Zusätzlich wird in Theiß ein weiterer Ladepark mit drei Ladepunkten realisiert. Dieser ist für die interne Nutzung vorgesehen. Am Standort entsteht zudem eine Werkstätte für den Brantner-Fuhrpark.
Klare Vorteile gegenüber Diesel-Fahrzeuge
„Es war uns wichtig, nicht nur beim Fuhrpark selbst einen Schritt nach vorne zu machen, sondern auch die Infrastruktur auf stabile Beine zu stellen. Wir haben uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und wurden hier sehr gut beraten. Das Wichtigste an einem Ladepark ist nicht die verbaute Leistung, sondern das Zusammenspiel von intelligentem Energiemanagement, skalierbarer Ladeinfrastruktur und einem durchdachten Betreiberkonzept“, sagt Josef Scheidl, Geschäftsführer von Brantner green solutions.
Auch in der Gesamtbilanz sieht Brantner klare Vorteile gegenüber Diesel-Fahrzeugen. „Ein E-Lkw hat zwar am Anfang durch den Akku eine höhere CO2-Belastung. Trotzdem erreichen wir binnen ca. zehn Jahren beziehungsweise 1,2 Millionen Kilometern eine CO2-Reduktion von bis zu 80 Prozent gegenüber Diesel“, so Scheidl.
Weiterlesen: E-Mobilitätslösungen für Unternehmensflotten
Die Ladeparks werden laut Unternehmen zu 100 Prozent mit grünem Strom gespeist. Zusätzlich wurden die Dächer mehrerer Brantner-Standorte mit Photovoltaikanlagen und teilweise mit Batteriespeichern ausgestattet. Im Rahmen der Brantner Energiegemeinschaft produziert das Unternehmen bereits rund 66 Prozent des benötigten Stroms selbst.
