Der darauf abgebildete Avis Type 3, laut Besitzer Dr. Robert Krickl das letzte bekannte Exemplar des österreichischen Fabrikats Avis (nicht zu verwechseln mit der britischen Marke Alvis!), ist von seiner Ausstellung im Museum Niederösterreich in St. Pölten nun zur Monte Carlo Rallye aufgebrochen. Dabei hat er in Österreich an zahlreichen Orten Station gemacht. In Niklasdorf traf das kleine Avis-Cabrio bei „Dieselmax“ Zottler auf dessen Saurer-Tankwagen, der für Motanol, den Schmierstoffhersteller mit 130 Jahren Tradition, unterwegs ist. 
Großes Zuschauerinteresse weckte der Avis beim Tourstopp auch am Red Bull Ring in Spielberg, wo am Wochenende der Red Bull Ring Classics 200 historische Rennwagen aufgeboten und 20.500 Zuschauer gezählt wurden. 
Am Sonntag setzten Avis-Experte Dr. Robert Krickl und sein Vater Komm.-Rat Ing. Robert Krickl – er ist Präsident des Österr. Motor-Veteranen-Verbands sowie des Kuratoriums Historische Mobilität in Österreich – den Weg in Richtung Monte Carlo fort. 
Den ersten (gescheiterten) Versuch, mit dem 20 PS starken Avis Type 3 die Rallye Monte Carlo zu bewältigen, unternahm ein vierköpfiges Team mit dem Werksdirektor am 19.1.1926. Es kam aber kaum bis nach Italien, wo das Avis-Team nach Schneefällen aufgrund zwei Metern Schneehöhe und fehlender Räumung wegen höherer Gewalt aufgeben musste – und letztlich kein Auto aus Österreich in Monte Carlo ankam..

Neuerliche Teilnahme an der Rallye Monte Carlo

Was also beim ersten Anlauf nicht gelungen war, soll nun klappen: Es gehe mit der neuerlichen Teilnahme an der Rallye Monte Carlo um die nationale Ehre Österreichs, betont Krickl: Es gelte zu beweisen, dass es ein Auto mit österreichischer Technik, auch wenn diese 100 Jahre alt ist, bis nach Monte Carlo schaffen kann. Laufend dokumentiert wird die Fahrt von einer 360-Grad-Kamera – laut Krickl ebenfalls eine österreichische Entwicklung.  In Monte Carlo soll der Avis dann nicht nur die Grand-Prix-Strecke befahren, sondern auch im Palais des Fürsten ausgestellt werden.

Scheunenfund

Der 2021 „in einer Scheune in den Alpen“ wiederentdeckte Avis Type 3 wurde unter wissenschaftlicher Begleitung von Craftlab Restaurations-, Modell- und Ausstellungsbau GmbH/Pitten restauriert und am 25. Mai 2025 im Bezirk Mödling (zu dem Brunn am Gebirge gehört) zugelassen. Das Avis-Werk in Brunn hat laut Krickl von den (einander sehr ähnlichen) Typen 2 und 3 sowie der Type 5 eine „dreistellige“ Stückzahl hergestellt. Der Avis war, sagt Krickl, „leicht – mit möglichst wenig Material leicht und billig gebaut“, weshalb er an Selbstfahrer und Gewerbe verkauft wurde und unter anderem im Wiener Straßenbild häufig war – in Ausführungen als Sport-, Personen- und Lieferwagen sowie als Taxi. 

Als Versicherer des wiederbelebten Schmuckstücks von Dr. Robert Krickl fungiert OCC Assekuranzkontor GmbH/Wien (Basis: Wiederherstellungswert); namhafte Sponsoren sind nicht nur Adamol GmbH/Wien, die auf 130 Jahre vollendete Geschichte zurückblickt, sondern auch Red Bull.